20 Jahre Nuclear Blast Festival

Geschrieben am 28.10.2007 16:36 für Stuttgart , Schleyerhalle

Für den 20. Geburtstag unserer Plattenfirma haben wir auf einen regulären Stuttgartgig verzichtet, um an einem Festival teilzunehmen, dessen line up auf den ersten Blick nicht so unsere Baustelle zu sein schien. Aber es hat ja seit jeher einen gewissen Reiz für uns, sich in musikalisch unwirtlicher Umgebung zu behaupten, außerdem spielt man ja nicht jeden Tag vor 7000 Leuten.
Im Backstage geht es natürlich zu wie im „Who is who?“ des Metalolymps. Neben den Bands, die sowieso spielen, tummeln sich Doro, Peewe, Schmier u.v.a.m. in den Fluren. Nette Stimmung, wenn nur dieser fürchterliche Umstand nicht wäre, dass ich fast alle Gesichter kenne, jedoch keine Namen dazu habe. Dieser Speicher ist bei mir wohl zu klein. Da heißt es also, die Kunst des guten, alten „Hey Du, lange nicht gesehen ...“ Smalltalks zu pflegen. Leider ist das gar nicht mein Ding. Auffällig ist, dass der Backstageraum für die Blind Guardian Crew, wesentlich cooler ist, als der unsere. Na so was!
Ich gehe noch kurz in die Stadt, nur um mich – völlig verwirrt – inmitten von tausenden Fußballfans, die besoffen, grölend und siegessicher (VFB ??? und siegessicher?) gen Stadion ziehen, wieder zu finden und mich auf einen anderen Planeten zu wünschen, denn diese Leute gehören definitiv nicht zu meiner Spezies.
Schwups ist es auch schon SIEBEN (haha) und die Show beginnt. Ein beeindruckendes Menschenmeer breitet sich vor uns aus. Ich denke mal, die meisten Leute waren Fans der härteren Metalgangarten. Es gelingt uns wieder im Laufe des Konzerts, so ziemlich alle auf unsere Seite zu ziehen. Und das, obwohl uns die Hälfte der Leute im Saal noch nie gesehen hat. Jedenfalls sind am Ende 10 000 Hände in der Luft und wir sind zufrieden. Leider reicht die Zeit nicht für eine Zugabe. Die Räuber hätte ich schon noch gern gespielt ...
Das Anstrengendste an diesem Abend ist jedoch die Autogrammstunde! Eine schier nicht enden wollende Schlange! Aber wir machen das natürlich gern und sitzen unsere 70 Minuten ab. Von wegen Autogrammstunde!
Tolle Sache, dass sich nach Blind Guardian unter der Regie von Rage alle möglichen Musiker zusammenfinden und gemeinsam alte Metalklassiker spielen. Auch Simon der Jüngere spielt bei Iron Maidens „Trooper“ ein super tightes Schlagzeug.
Die Jägermeister Party verkneife ich mir. Deshalb muss ein weitergehender Bericht an dieser Stelle fehlen – vielleicht auch besser so.

Eric Fish