Tour-Tagebuch
Das war der helle Wahnsinn!
Geschrieben am 31.10.2007 17:03 für München, MuffathalleHeute fange ich mal gleich beim Konzert an. Am liebsten hätte ich sofort danach begonnen, den Bericht zu schreiben, so begeistert war ich, waren wir alle! Doch ich war zu erschöpft und jede Menge Besuch im Backstage war auch noch zugegen. Tom Büscher, unser ehemaliger A&R bei der BMG, einige von den Schandmäulern und diverse alte Bekannte, die es inzwischen nach München verschlagen hat.
Jedenfalls absoluter Wahnsinn, was da passierte in der Muffathalle! Moshpit, wenn es abging, mitklatschen bis zum Horizont, wenn die Hände frei waren, mitsingen oder schreien, wenn es an der Zeit war. Die ganze Facette der Möglichkeiten eines Publikums wurde von den Münchenern voll ausgeschöpft. Ich war am Ende völlig überschwemmt von Glückshormonen und Adrenalin. Überhaupt, es ist ja eigentlich recht mutig von uns, die Show mit vier neuen Songs am Stück zu beginnen, aber es funktioniert 100%ig! Keinerlei Berührungsängste! Das liegt sicher einerseits daran, dass die Lieder so sind, wie sie sind, eben schnell zu begreifen, dass, zum Zweiten, viele, viele den Bastard schon gekauft haben, quasi als Konzertvorbereitung und zum Dritten, wir selbst derartigen Spaß daran haben, dass dieser sich einfach übertragen muss! Der „BASTARD“ lernt laufen!
Ihr erfreut Euch ja gerne daran, wenn ich hier von Pannen zu berichten weiß, die während des Konzertes auf der Bühne passieren und von denen normaler Weise niemand etwas mitbekommt. Liefen die ersten drei Shows in dieser Hinsicht glatt, so gab es gestern doch den einen oder anderen Lacher: Beim Intro zur „Trommel“ riss Simon der Gurt seiner Landsknechtstrommel und so prügelte er voller Wut auf das am Boden stehende Gerät ein. Ich konnte kaum singen vor Lachen!
Da der Graben (verordnet von den zahlreich erschienenen Vertretern des Münchener Ordnungsamtes) unendlich breit gestaltet werden musste, hatte ich mit der Security abgesprochen, dass sie dem Mädchen, das ich als Eisblume auswählen würde, auf die Bühne helfen. Na toll! Als ich den einen breitschultrigen jungen Mann anstieß und ihm das Mädel zeigte, zerrte er sie aus der Menge und brachte sie, nein, nicht auf die Bühne, sondern in Sicherheit ins Backstage. Was für ein Missverständnis! Außerdem hatte die Kleene so ihren, wahrscheinlich schwer erkämpften, Platz in der ersten Reihe verloren. Tragisch!
Unterm Strich war es ein unvergesslicher Abend, die Entscheidung, in die Muffathalle zu gehen, war absolut richtig. Sie bietet doch die weitaus besseren Bühnenbedingungen als die anderen Münchener Hallen und trotz ihrer Größe waren wir ausverkauft! Perfekt! Danke Freunde!!
Besonderes Vorkommnis: Es macht die Mitteilung die Runde, dass „Bastard“ in der 45. Woche auf Platz 7 der deutschen Charts eingestiegen ist! Denn die Sieben ist unsere Zahl! Zweithöchster Neueinsteiger. Einzig David Gahen noch vor uns. Aber der ist ja auch viel hübscher als ich.
Eric Fish