Tour-Tagebuch
Bunkerlinge sind auch Menschen!
Geschrieben am 04.11.2007 13:33 für Köln, E-WerkIch fange heute mal ganz am Ende an. Es ist alles abgebaut. Es ist still. Ich sitze allein in dieser Riesenhalle und es ist nicht zu fassen. Noch vor einer Stunde standen hier 2000 Menschen im infernalischen Lärm und waren eins mit uns. Jetzt ist es still und eine Träne rollt. Wenn ich gestern schon vom Sterben sprach, so wäre jetzt und hier der richtige Moment dafür. Ein Moment des Glücks! Alles erlebt. Nichts verpasst. Was soll noch kommen? Und gerade solche Momente machen gierig auf das Leben! „Wir sind Forscher und Entdecker ...“ Ich hatte heute das Gesicht des besten Publikums der Welt in meinen Händen. Es war wunderschön!
Zurück zum Tag. Mir scheint, dass ich heute der Einzige bin, der das Tageslicht gesehen hat. Pflichtbesuch im Dom und Klaustrophobie auf der Hohen Strasse. Alle Anderen hängen den gesamten Tag im Backstage ab, der sich in den Kellerräumen des E Werks befindet. Die Bezeichnung „Bunkerlinge“ wird geboren. Der immer wiederkehrende Tagesrhythmus macht wahrscheinlich träge. Allerdings haben wir auch drei wirklich harte Tage mit tropischen Bühnentemperaturen und Luftfeuchtigkeit hinter uns, die deutlich Spuren bei allen hinterlassen haben. Einige Kollegen lassen sich die Müdigkeit aus den Körpern massieren. Ein Angebot, das heute sehr gern entgegen genommen wird. Aus dem Raum dringen permanent Schmerzensschreie. Ganz sicher sind es aber wohlige Schmerzen.
Kurz vor der Show steht dann noch ein TV-Interview mit unserem alten Freund Marcus Schleutermann für www.rockinvasion.de auf dem Plan, in dem Simon Michael ganz neue Qualitäten offenbart. Demnächst zu besichtigen ...
Besonderes Vorkommnis: Nach der Show kommen plötzlich ganz viele Anrufe. Ich bekomme 17 SMS, die sinngemäß Folgendes berichten: Wir befinden uns ja auf dem Areal der Kölner Fernsehstudios und um die Ecke findet gerade „Schlag den Raab“ statt. Dorthin muss wohl ein Teil unserer herausströmenden Fans gepilgert sein und lauthals „Blut, Blut, Räuber saufen Blut“ gesungen haben. So laut jedenfalls, dass Herr Raab sich zum Eingreifen genötigt sah. Wie geil ist das denn! Ob der gute Stefan wusste, mit welcher Band er es zu tun hatte?
Eric Fish