Tour-Tagebuch
Geigenpunk und Hörspielpreis
Geschrieben am 09.11.2007 19:10 für Magdeburg, FactoryMagdeburg steht schon aus Tradition immer mit auf der Tourliste. Seit nunmehr 12 Jahren. Inzwischen haben sich, wie ich weiß, auch einige andere Clubs wie zum Beispiel die Festung in der Stadt etabliert. Doch die Factory ist und bleibt in der tausender Größenordnung konkurrenzlos. Dieses Monopol scheint doch zu einigen Nachlässigkeiten seitens der Betreiber zu führen. Haben wir uns im vergangenen Jahr noch gefreut, dass die Backstageräume neu gemacht und mit Duschen, Sauna und Whirlpool ausgestattet wurden, so finden wir heute diese Räume, wie auch das ganze Haus, in einem recht erbarmungswürdigen Zustand vor. Die Zuschauertoiletten werden bis zum Abend überhaupt nicht gereinigt. Wohlfühlen ist anders! So ist es wohl zu erklären, dass ich nach meinem späten Erwachen, eine ziemlich vergnatzte Mannschaft vorfinde. Man muss das verstehen. Auf einer Tournee ist der jeweilige Club mit allem Drum und Dran für einen Tag unserer Zuhause. Dies scheint hier niemand wirklich verinnerlicht zu haben.
Ein großes Hallo gibt es, als B.Deutung eintrifft. Es gibt eine Menge zu erzählen. Er ist heute hier in Magdeburg, weil er, wenn wir in Berlin spielen, nach Karlsruhe reisen muss, um sich dort den Deutschen Kinderhörspielpreis 2007 abzuholen. Gratulation!
Natürlich überreden ihn die Coppelianer, auch gut befreundet mit ihm, zu einem Special, und ich bin auch dabei. Eingekleidet in Frack und Zylinder übernimmt Deutung Ingos Cello und ich singe mit Bastille die alte Inchtabokatables Nummer „Rightful King“. Offensichtlich hat man die Inchies hier in Magdeburg noch nicht vergessen, denn es gibt einen heftigen Beifall. Immer wieder schön, mit diesem Ausnahmemusiker zu spielen!
Unser Konzert scheint mir das Beste zu sein, was wir hier je gegeben haben. Aber das sollen mal ruhig die Zuschauer beurteilen. Jedenfalls fühle ich mich wieder besser, da die Stimme sich in dem Maße erholt, wie die Erkältung abklingt. Toi, toi, toi, dass die Besserung weiter anhält. Um diese nicht zu gefährden, verkneife ich mir auch heute wieder das Bad in Menge – und bitte um Verständnis.
Eric Fish