Tour-Tagebuch
Es geht also wieder los!
Geschrieben am 19.12.2008 13:18 für Hannover, CapitolBevor ich beginne, von der alljährlichen Herbsttour zu berichten, noch einige Worte zum vergangenen Sommer. Ich werde oft gefragt, warum zu den Festivalkonzerten keine Tagebucheinträge geschrieben werden. Es ist einfach etwas völlig anderes, auf einer Tour einen relativ geregelten Tagesablauf zu haben und so immer irgendwann Zeit für die Schreiberei zu finden, als auf einem Festival zu sein, wo ein Termin den anderen jagt und es keinen Moment und keinen Ort der Ruhe gibt. Ich liefere Euch aber hier ein kleines Fazit:
Höhepunkte waren in diesem Jahr ganz sicher das NOVA ROCK und das SUMMERBREEZE. Beim NOVA, dem Festival mit dem absolut besten und abwechslungsreisten Line up, zu einer relativ frühen Spielzeit (19.00) Uhr, ca. 60 000 Menschen vor der Bühne vorzufinden, war schon gigantisch. Das SUMMERBREEZE sah uns als Headliner und wir haben selten eine solch große Menschenmenge (26 000) so geschlossen abgehen sehen. Ein riesen Gefühl!
Ansonsten gab es viele von diesen „Familientreffen“. Feuertanz, Feuertal, Feuerberg, Hexentanz etc. pp. Das Karussel der üblichen Verdächtigen Bands aus dem Spektrum drehte sich mindestens 3 x um sich selbst.Und wer kann schon ständig seine Familie um sich haben *g*. Nur am Rande: Das von vielen mit Spannung erwartete Gipfeltreffen mit In Extremo auf der Burg Abenberg, ging friedlich und entspannt vonstatten – und endete unentschieden, wie ich finde.
Los geht’s, auf nach Hannover! Ein neuer Tourbus ist am Start. Ein sehr schöner, geräumiger 18 Better mit wirklich breiten und hohen Betten und gaaaanz viel Kühlschrankstauraum. Verspricht also von dieser Seite her, eine entspannte Tour zu werden. Hannover ist am Anfang sowieso immer Klasse. Dort befindet sich nämlich direkt neben dem Capitol ein Woolworth, in dem ich mich für ne Woche mit Socken und Duschbad eindecken kann. Socken bleiben nach dem Konzert als Andenken im Klub liegen und das Duschbad vergesse ich täglich in der Dusche, so sehr ich mir auch vornehme, es einzustecken.
Wir hatten beim proben schon ein gutes Gefühl, was die Songauswahl betraf, und daran habt Ihr ja mittels Voting mitgewirkt, und das Konzert bestätigt dieses Gefühl. Die „neuen“ alten Lieder werden von den Fans begeistert mitgesungen und so wird der Abend zu einer wirklich runden Sache! Prima Start! Danke Hannover – Ihr habt’s uns leicht gemacht!
ERIC FISH
8.10.07 WIESBADEN SCHLACHTHOF
Das erste Mal in Wiesbaden, es gibt doch tatsächlich noch weiße Flecke auf der Landkarte. …wir sind Forscher und Entdecker…. Macht m. E. n. schon Sinn, im Frankfurter Raum mal eine neue Halle auszuprobieren, zumal der „Schlachthof“ einen prima Eindruck macht, viel mehr Rock’n Roll Feeling als beispielsweise die Stadthalle in Lingen.
Bei meinem täglichen Spaziergang komme ich nicht umhin festzustellen, dass großer Reichtum immer auch einhergeht mit Armut und sozialer Not. Ich habe gehört, das Wiesbaden die Stadt mit den meisten Millionären ist. Und so fahren überdurchschnittlich viele Hummer und dicke Chrysler an Gruppen von Fixern und Obdachlosen vorbei. Nicht schön anzusehen.
Nachdem in Hannover der gesamte Aufbau naturgemäß etwas länger dauerte, ist die Crew schon am zweiten Tag wieder so in Form wie eh und je. Alles flutscht! Gute Arbeit Jungs. Es ist tatsächlich ein unschätzbarer Vorteil, über lange Zeit mit den gleichen Leuten arbeiten zu können. Auch das die Backliner während des Konzertes jeden Handgriff kennen, ist unbezahlber, vermittelt einfach Sicherheit.
Schon lange vor Einlass ist vor der Halle einiges los und so wird der Schlachthof auch richtig gut gefüllt! Unsere Vorband auf dieser Tour END OF GREEN schlägt sich auch am zweiten Tag wacker und räumt einigen Jubel ab. Was wir dann erleben dürfen, gehört wieder mal in die Kategorie: „Dafür mach mer Musi“- Unglaubliche Stimmung und Lautstärke im Saal, die sich auch nahtlos auf uns überträgt. Wir haben richtig Spaß und werden sicher wieder nach Wiesbaden kommen.
ERIC FISH