Tour-Tagebuch
Subway To Sally in Spanien Kapitel 2: Barcelona
Geschrieben am 15.10.2009 08:24 für Barcelona (ES), Salamandra 1Barcelona, 3.10.09, SALAMANDRA CLUB
Schon das Eintreffen auf dem überaus modernen, lichten Flughafen von Barcelona, vermittelt ein gänzlich anderes Bild von dieser Stadt, als ich es von Madrid zurück behalten habe. Auch die lange Fahrt ins Zentrum bestätigt diesen Eindruck. Wo immer Platz und ein Fleckchen fruchtbarer Erde zu finden ist, haben die Katalanen Grünes angepflanzt. Auffallend z. Bsp. die Idee, die Straßenbahngeleise komplett mit Rasen bewachsen zu lassen. So sieht es futuristisch aus, wenn die Bahnen über das Gras zu schweben scheinen. Nach längerem Umherirren finden wir endlich das uns zugedachte Hotel und sind wiederum positiv überrascht. Fünf Sterne und regelrechte Suiten für alle. Sehr nobel. Sind wir berühmt hier? Nun ja – nicht wirklich. An diesem Sonnabend verlieren sich, bei erneut wunderschönem Sommerwetter, vielleicht 80 Menschen in den angsagten Club Salamandra. Sehr professionelle Besetzung übrigens und ein wirklich angenehmes Arbeiten mit den Jungs vor Ort. Da ich mich wie gesagt in der Nacht zuvor den Kopf frei gemacht hatte und so mit einer etwas anderen Einstellung an das Konzert herangehe, fetzt es mir dieses Mal richtig, genau wie früher, jeden Einzelnen der Anwesenden zu überzeugen und ins Boot zu holen. Doch der Reihe nach. Soundcheck lief super und auch die recht schwülstige Musik der Vorband war bald überstanden, doch dann nahte das Unheil. Das von uns benutzte Monitorpult des Hauses war von der Vorband komplett reseted worden. Was das bedeutet kann nur jemand ermessen, der jemals eine Band wie uns mit Monitorsound versorgen musste. Da wir mit in ear Monitoren spielen, ist es extrem wichtig, was jeder auf seinen Ohren hat. Das alles musste nun neu eingestellt werden, und zwar aus dem Gedächtnis heraus, wir konnten ja schlecht auf die Bühne und nochmal Soundcheck machen. Das kostete natürlich jede Menge Zeit und das Publikum wurde schon unruhig. Für mich persönlich war es nicht weiter schlimm, passte das Malheur doch zu meiner tagesaktuellen fatalistischen Stimmung. Jedenfalls hatte ich jede Menge Spaß auf der Bühne und meine Kollegen auch. Irgendwie doch ein sehr besonderer Abend! Wir feiern noch ein bisschen, erst intern und später auf der Straße mit einigen Fans, die entweder Deutsche waren oder gar extra aus Deutschland angereist waren. Ein überaus nettes Mädel schenkt mir sogar einen Pulli des CF Barcelona – ole!
Am nächsten Tag geht der Flug erst am frühen Abend und so machen wir alle noch Barcelona unsicher. Es gibt hier jede Menge zu sehen, von Gaudi über die faszinierenden Wohnviertel, den Hafen bis zu den unglaublichen Prachtstraßen, mehr jedenfalls als man an einem Nachmittag erlaufen kann. Eine tolle Stadt, mit fröhlichen und tanzenden Menschen in ihren Straßen. Barcelona – Du siehst mich wieder! Véale!