Tour-Tagebuch
Tanz im Wohnzimmer
Geschrieben am 21.04.2010 13:18 für Bochum, ChristuskircheDas Daumen drücken hat geholfen! Nora muss nicht operiert werden. So kann sie die Gigs also spielen, zwar beschwerlich, aber alles ist besser als gar nicht zu spielen. Ich bin erleichtert. Wäre auch wirklich schade gewesen, hätte Nora unser „Wohnzimmer“ im Pott missen müssen. Wir kennen die Christuskirche ja schon von der ersten NACKT Runde und wo in Bochum oder anderen Ruhrpottstädten ohnehin eine besonders herzliche Atmosphäre herrscht, da erinnern wir uns an wahrhaftiges Gänsehautfeeling in der Kirche. Es sollte sich weisen, dass der Abend auch heute etwas Besonderes werden sollte.
Heute wechselt der Busfahrer. Ab sofort fährt uns unser lieb gewonnener „Alter Schwede“ Björn. In der Tat ein untypischer Schwede weil ein wahrhaftiger Witzbold. Er verbreitet ständig gute Laune und sorgt sofort für allerlei Lacher im Backstage. Bemerkenswert ist heute auch die Dame, die das Catering herrichtet. Man kommt nicht umhin, dieser gelungenen Gruftischöpfung auf ihren stolzierenden Gängen durch die Räume, mit Blicken zu folgen.
Die Bühne sieht in der Christuskirche besonders schick aus, als ob sie Teil des Gebäudes wäre. Ausverkauft ist sie auch, alles gut also. Oder doch nicht? Eine unerklärliche Nervosität ergreift mich von Beginn an. Keine Ahnung, wie so etwas plötzlich kommt. Diese einzigartige Situation mit der mit Händen zu greifenden Spannung und Aufmerksamkeit des Publikums verbunden mit dem Wollen, es besonders gut zu machen. Jedenfalls erzähle ich teilweise richtigen Mist zwischen den Songs, verhaspele mich, und – das tut der Begeisterung keinen Abbruch. Diese steigert sich stetig, die Leute stehen auf, strömen nach vorn, tanzen….. Alles feiert in unserem Wohnzimmer. Dem Gefühl nach habe ich noch nie so lange Autogramme geben müssen, ist ja auch ein Kompliment! Geil!
Eric Fish